Windows 10 Pro Telemetrie immer noch problematisch

04 Feb 2020 | Thomas Schlenkhoff

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Nachdem die Konferenz der unabhängigen Datenschutz­behörden des Bundes und der Länder, kurz Datenschutzkonferenz, noch im November 2019 erklärt hatte, es sei kaum möglich, Microsofts Betriebssystem Windows 10 datenschutzkonform einzusetzen, überraschte sie nun mit der Aussage, die Übertragung der Telemetriedaten an den Softwarekonzern sei vollständig deaktivierbar. Aus dem Ende Januar 2020 veröffentlichten Tätigkeitsbericht des Bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht (BayLDA) geht hervor, dass eine eigens gegründete Un­terarbeitsgruppe der Datenschutzkonferenz namens „Windows 10“ die Datenflüsse beim Einsatz des Betriebssystems unter die Lupe genommen hatte.

Gültig für Windows Enterprise

Unter Laborbedingungen konstatierten die Mitglieder der Arbeitsgruppe, dass sich in ihrem Testszenario – Man-in-the-Middle-Analyse bei einem Windows-10-Rechner mit in­stallierter Enterprise-Version (Version 1909) – die Teleme­triedaten komplett abschalten lassen. Nicht deaktivierbar waren lediglich Aufrufe an Microsoft-Server, die aktuelle kryptografische Zertifikate liefern. Diese sind für einen sicheren Betrieb von Windows 10 erforderlich, beispielsweise für Rückrufe eines ungültig gewordenen SSL-Wurzelzertifikats. Offen lassen die Datenschutzbeauftragten, wie der Einsatz von Windows 10 Pro zu bewerten ist, denn dort lassen sich die Telemetriedaten lediglich reduzieren, nicht abschalten. Diese Beurteilung „könnte möglicherweise ein weiterer Arbeitsauftrag der Datenschutzkonferenz (DSK) werden“, so die Datenschützer.

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