Bester Adblocker 2022

Adblocker filtern Werbung und Tracking aus Websites und den Netzwerkzugriffen von Apps. Sie sorgen damit für mehr Privatheit und Sicherheit im Netz.

Stand: May 2022

Fazit

Ein Adblocker macht viel mehr als nur Werbung zu unterdrücken: Er blockiert Tracking, verhindert Klicks auf Spy- und Malware und sorgt damit für Sicherheit im Internet. Er erhöht die Geschwindigkeit beim surfen und senkt den Ressourcenverbrauch etwa beim Download um bis zu 65%. Wir empfehlen die Kombination aus netzwerkbasierten Adblockern wie Gardion zusammen mit einem Browser-Erweiterung wie ublock Origin.

Adblocker, auch ad-blocker, werden auf deutsch Werbeblocker genannt. “Ads” sind Werbeanzeigen, die eben blockiert werden sollen.

Was sind Adblocker

Adblocker sind Programme, die Netzwerkverkehr filtern. Dies geschieht zu verschiedenen Zwecken, zumeist um Werbung zu unterdrücken, Tracking und Datensammlung zu reduzieren und das Transfervolumen zu reduzieren, so dass surfen schneller wird. Adblockers können Werbeelemente an den verschiedensten Stellen auf dem Gerät blockieren:

  • Gängig ist die Einbindung als Erweiterung in den Browser, so etwa Adblock Plus für Firefox oder Chrome. Der Schutz entsteht hierbei, weil die Erweiterung verhindert, dass die Anfrage für die Anzeige abgeschickt wird.
  • Üblich, gerade im Unternehmensumfeld ist auch eine Filterung von Werbung auf Netzwerkebene. Dabei sendet das eigene Gerät eine Anfrage ab, diese wird aber bevor sie das eigene Netz verlässt blockiert. So arbeiten etwa Gardion oder Pihole.
  • Mischformen daraus gibt es auch, etwa Blokada. Blokada blockiert die Anzeigen und das Tracking nicht im Browser, aber bevor die Anfrage das eigene Gerät verlässt.

Warum sind Adblocker wichtig

Um das Problem komplett zu verstehen, sollten Sie wissen, wie Online-Werbung funktioniert, wie etwa Ads (Anzeigen) angezeigt werden und wie dabei im Hintergrund Tracking, die Online-Überwachung im industriellen Maßstab, abläuft.

Privacy

Die Übertragung von Sie oder Ihren Browser identifizierenden Merkmalen wird blockiert. Dadurch erhalten Dritte weniger Informationen über Sie.

Security

Werbung ist mittlerweile mehr als ein einfaches “Bildchen”. Oft wird umfangreicher Javascript-Code ausgespielt, der dann moderne Werbeformen erst möglich macht. Diese Werbeanzeigen sind in der Vergangenheit mißbraucht worden um Malware (Schadsoftware) auszuliefern und auf den Rechnern der Leser zu installieren. Dieses Risiko vermeiden Sie, wenn die Auslieferung gefiltert wird und so Malware erst gar nicht auf Ihr Handy gelangen kann.

Wie funktionieren Adblockers

In Google Chrome oder Mozilla Firefox greift die Erweiterung beim surfen direkt auf Teile des Programmcodes zu und unterbindet den Aufruf von Elementen, die auf regelmäßig aktualisierten Filterlisten zu finden sind.

Die Internet-basierten Werbeblocker gleichen die vorbeiflitzenden DNS-Anfragen auch mit Filterlisten ab. Anfragen die als unerwünscht markiert wurden, werden blockiert und somit nicht an den Empfänger weitergeleitet.

Schutz und Geschwindigkeit mit Adblockern

Mit Filterlisten, die den gesamten Netzwerkstrom eines Geräts “bereinigen”, sinkt auch das Datenvolumen deutlich und die Geschwindigkeit beim Aufruf von Websites nimmt zu. Bei Tests mit Gardion hat sich das übertragene Volumen beim Aufruf von etwa www.spiegel.de um bis zu 65% verringert. Dies senkt den Datenverbrauch deutlich und spart gerade bei Handy mobiles Datenvolumen ein.

Außerdem können Filter wie Gardion oder Pihole Zugriffe von Spyware, Malware oder sonstiger Schadsoftware unterbinden. Dies erhöht Ihre Privatsphäre und den Schutz Ihrer Geräte im Internet deutlich.

Adblocker im Browser

Für Nutzer:innen, die gerne mit dem Browser online gehen, sind direkt in den Webbrowser integrierte Adblocker ideal. Diese haben den Vorteil, dass sie sehr granular auf den nach außen hin verschlüsselten Datenstrom einwirken können. Dadurch wird eine sehr zielgenaue Filterung einzelner Werbeplätze in Seiten möglich.

Adblock Plus

ist eine Browser-Erweiterung die es schon seit 2006 gibt. 2011 kam es zu Kontroversen, weil das Unternehmen hinter “Adblock Plus” Eyeo GmbH “acceptable ads” einführte: Werbetreibende sollten dafür zahlen, dass der Werbeblocker diese Werbung durchlässt. Das ist aus unserer Sicht kein sauberes Geschäftsmodell für einen Adblocker.

ublock Origin

Das Wort “Werbeblocker” tut “ublock Origin” unrecht. Von seinem Autor Raymond Hill wird die Erweiterung als “a wide-spectrum content blocker with CPU and memory efficiency as a primary feature” (https://ublockorigin.com/) beschrieben.

Für den aktuellen Webbrowser Safari von Apple ist aktuell keine Version verfügbar, der Autor empfiehlt Firefox als optimale Umgebung für seine Erweiterung.

Von der Nutzung von Google Chrome rät er ab. Google, als Werbekonzern, macht es ihm immer schwerer sinnvoll Online-Überwachung und Anzeigen zu blockieren.

Adblocker im Netzwerk

Werbefilter im Netzwerk haben den erheblichen Vorteil, dass Sie den gesamten Datenstrom eines Geräts “sehen” können und damit auch jegliche Kontaktaufnahme hin zu Werbenetzwerken und Datensammlern unterbinden können; unabhängig davon ob der Aufruf aus einem Browser, einer anderen App oder dem Betriebssystem selber stammt.

So lassen sich erstens Tracker entschärfen was dem Datenschutz und der Privatsphäre zu Gute kommt. Außerdem lassen sich Malware-Downloads und Zugriffe auf Phishing-Links verhindern.

Pihole

Pihole ist ein bewährtes und quelloffenes Software-Projekt. Es gibt Ihnen beim Surfen anhand einer Filterliste Kontrolle über Domains die blockiert werden sollen.

Gardion

Gardion ist ein VPN-basierter Adblocker aus Deutschland der neben den Anzeigen auch Malware, Schadsoftware und Tracking-Domains blockiert. Gardion funktioniert überall, egal ob Sie zu Hause, im Büro oder verreist sind.

Android and iOS Apps

Blokada ist eine App für Android und iOS. Diese funktionieren brauchbar, allerdings wird es immer schwerer die Filterung selber auf dem Gerät vorzunehmen. Blokada hat gerade angekündigt ein ähnliches Modell wie Gardion zu verfolgen und die Filterung im Netz zu erledigen.

Adblocker für YouTube

Videoanzeigen vor, während oder im Abspann eines kurzen Online-Filmchens, sind eine ganz eigene Werbeindustrie geworden - und YouTube ist darin mit großem Abstand führend. Videos lassen sich besser kontrollieren und Werbung schlechter blockieren.

Die gängigen Adblocker können diese Video-Werbung oft nur vorübergehend unterdrücken, weil etwa Google immer besser darin wird, diese direkt in den eigentlichen Stream einzubinden und nicht mehr getrennt aus dem Internet nachzuladen.

Kostenlose Adblocker

Es gibt viele kostenlose adblocker, unsere Empfehlung für den Einsatz im Browser ist “ublock Origin” von Raymond Hill. “Adblock Plus” wird auch häufig in unseren Workshops zum Thema “Privacy und Digitale Selbstverteidigung” erwähnt hat sich aber nach einer fragwürdigen Geschäftspolitik zum Thema “acceptable ads” disqualifiziert.

Um Werbung und Tracking überall aus dem Netzwerk zu entfernen empfehlen wir natürlich den Adblocker Gardion. Gardion kostet pro Monat und drei Geräte 10€ und filtert auf Wunsch Tracking aller gängigen Werbenetzwerke, Banneranzeigen und sonstige Online-Anzeigen aus. Das funktioniert mit Gardion auf allen gängigen Geräten und vor allem überall.
Für Bastler empfehlen wir auch gerne das kostenlose Pihole-Projekt, dort können Sie mit einem Kleinstcomputer zu Hause oder im Büro den gleichen Effekt erzielen; es setzt aber einen Raspberry Pi voraus und funktioniert erst einmal nur im heimischen Netzwerk.

Für weitere Tools und passende Erweiterungen melden Sie sich in einem von der GLS-Bank gesponserten Workshops zu “Digitaler Selbstverteidigung” an, dort besprechen wir gerne Fragen, die Sie zu diesem Thema haben.

Werbung im Internet

Werbetreibende zahlen dort am meisten Geld für Werbeplätze wo ihre Anzeigen den größten messbaren Effekt haben. Um attraktiv für Werbetreibende zu sein, sammeln Publisher (die Websites die Sie besuchen) möglichst viele Daten über Sie.

Um genau zu sein, sammelt nicht einmal mehr der eigentliche Website-Betreiber Daten über Sie, er bindet etwas Programmcode von Werbenetzwerken auf seiner Webseite ein. Dadurch wird es möglich, umfangreiche Profile der Besucher anzulegen.

Die Theorie dahinter: Erst wenn ich weiß wo Sie wohnen, wo Sie arbeiten, welche Hobbys und welche Krankheiten Sie haben kann ich Ihnen Werbung anzeigen, die Sie dann auch zum Handeln, typischerweise zum Kauf, veranlasst.

Wir halten fest:

  • Die Publisher (etwa www.zeit.de) binden nur Programmcode in ihre Websites ein; sie erhalten dann pro Aufruf ein paar Cent von den Werbenetzwerken. Die Websites haben ein gewisses Mitspracherecht bei der gezeigten Werbung, haben ansonsten aber keinen Einfluß darauf welche Daten wohin fließen oder was damit passiert. Übrigens ein gerne genutztes Alibi in Publisher-Kreisen!
  • Die Werbenetzwerke sammeln über viele Websites hinweg Nutzerdaten und legt daraus umfangreiche Profile an. Diese Profile müssen nicht zwingend mit Ihnen namentlich verbunden sein, es genügt der Tracking-Industrie vollkommen “nur”, zu jedem Zeitpunkt über Ihre Online-Aktivitäten informiert zu sein und Ihnen dann möglichst viele und passende Werbung anzeigen zu können.
  • Egal ob App auf dem Smartphone, Webseiten im Browser oder Werbung in Streaming-Diensten: Dahinter stehen die gleichen Mechanismen und oft auch die gleichen Tracking-Unternehmen.
  • Die Werbeeinnahmen lassen sich maximieren, wenn jeder Klick, jedes vorbeiscrollen registriert wird und damit zu immer besser “passenden”, sprich konvertierenden Anzeigen führt.

Pop Ups

Auch pop-ups genannt, waren früher einmal eine sehr nervige Werbeform. Mittlerweile blockieren alle gängigen Browser wie Chrome und Firefox diese zuverlässig und fungieren hier direkt als Werbeblocker. Selbst Chrome, der Browser von Google, zeigt pop ups erst auf Nachfrage hin an.

Verlage und Autor:innen unterstützen

Die Publisher blenden Werbung nicht als Selbstzweck ein. Keiner der Verlage mit denen wir gesprochen habe freuen sich über dieses Geschäftsmodell. Es liegt mithin an uns, den Konsumenten, dass wir zu selten bereit sind für Informationen und Unterhaltung im Internet Geld zu bezahlen.

Deshalb finden wir bei Gardion es auch nur fair einen Artikel über ad blocker mit einem Aufruf für mehr Online-Abos und micropayments zu verbinden. Durch Werbefilter entgehen den von Ihnen genutzten Apps oder Websites wichtige Werbeeinnahmen. Seien Sie fair und entlohnen Sie Ihre Lieblings-Publisher mit etwa einem Abo. Dann können Sie auch weiterhin mit gutem Gewissen Online-Werbung blockieren.

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